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Künstlersozialversicherung

Die Künstlersozialversicherung ist ein besonderer Bestandteil der deutschen Sozialversicherung. Diese trat erstmals am 1. Januar  1983 ein Kraft und verpflichtet alle selbstständigen Künstler, Musiker und Publizisten Beiträge in die gesetzliche Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung zu zahlen. Der Gesetzgeber hat allerdings einige Vorrausetzungen für die verpflichtende Absicherung bestimmt. So müssen die Publizisten und Künstler ihrer Beschäftigung dauerhaft nachkommen, mit dieser ein entsprechendes jährliches Einkommen erzielen und innerhalb von Deutschland arbeiten. Zudem dürfen diese Personen maximal einen Arbeitnehmer beschäftigen, da sie sonst als Unternehmen gelten und behandelt werden. Somit fallen zum Beispiel nebenberufliche Künstler und Publizisten, die durch ihre Haupttätigkeit ein zusätzliches Einkommen erzielen aus der Künstlersozialversicherung heraus.

 

Zu den selbstständigen Publizisten und Künstler gehören alle Personen die mit einer darstellenden oder bildenden Kunst arbeiten, diese lehren oder selbst tätigen, Musiker und Schriftsteller beziehungsweise Journalisten die ihre Schriften veröffentlichen oder lehrend tätig sind. Dazu zählen zum Beispiel freie Journalisten, künstlerisch tätige Maler oder Darsteller (Theater- oder Filmschauspieler). Tätowierer und Goldschmiede die zwar künstlerisch tätig sind, zählen nicht zu den selbstständigen Künstlern und zahlen daher nicht in die Künstlersozialversicherung.

 
 

Die monatlichen Beiträge des Versicherungspflichtigen werden an die Künstlersozialkasse mit Sitz in Wilhelmshaven entrichtet. Diese unterliegt den jeweiligen Rechten der Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung und erbringt gemessen anhand dieser, die Leistungen für die Versicherten. Die Beiträge für die selbstständigen Künstler und Publizisten liegt bei:

 
  • Gesetzliche Rentenversicherung 19,9%
  • Gesetzliche Krankenversicherung variiert von Krankenkasse zu Krankenkasse
  • Gesetzliche Pflegeversicherung 1,7%
 

Verdient ein Künstler im Jahr ein Einkommen von 10.000 Euro so muss er folgende Beiträge zahlen:

  • Krankenversicherung
Der Künstler ist bei einer gesetzlichen Krankenkasse mit einem Beitragssatz von 13,5% versichert. Der eigene Anteil des Versicherten liegt insgesamt bei 7,65%. Bei einem Einkommen ergibt dieser Satz eine Summe von 765 Euro pro Jahr. Teilt man diesen auf die 12 Monate auf entsteht ein monatlicher Beitrag von 63,75 Euro.
  • Rentenversicherung
Der Rentenversicherungssatz liegt zwar bei 19,9%, der Künstler muss aber nur seinen Anteil in Höhe von 9,95% bezahlen. Das machen bei 10000 Euro, 995 Euro pro Jahr. Teilt man diese Summe auf 12 Monate auf ergibt sich ein monatlicher Beitrag von aufgerundeten 82,92 Euro.
  • Pflegeversicherung
Der Beitragssatz zur gesetzlichen Pflegeversicherung liegt bei 1,7% beziehungsweise 1,95% für Kinderlose. Daraus ergibt sich ein Anteil von 0,85% für den Künstler welcher bei 10000 Euro 85 Euro ausmacht. Teilt man diesen Betrag durch die Anzahl der Monate erhält man einen monatlichen Beitrag von 7,04 Euro.
 

Die Künstlersozialkasse finanziert ihre Ausgaben durch ein individuelles Modell. So wird die Hälfte der Ausgaben durch die Einnahmen der Beiträge bezahlt. Die andere Hälfte übernimmt die pauschal erhobene Künstlersozialabgabe welche im Jahr 2007, 5,1% von allen Honorarzahlungen beträgt und eine Bezuschussung von Seiten des Bundes.

 
 

Im Jahr 2007 sind etwa 150.000 Personen in der Künstlersozialversicherung versichert. Davon sind etwa 75.000 Personen selbstständige Künstler und die anderen Schauspieler, Publizisten, Schriftsteller oder Musiker.



 
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